Goldnackenara
Informationen zur Papageienart
Allgemeine Beschreibung
Mit einer Körperlänge von rund 38 cm zählt der Goldnackenara (Primolius auricollis) zu den kleineren Vertretern der Aras. Diese Papageienart kommt überwiegend in Südamerika vor und ist durch den goldgelben Fleck im Nacken unverkennbar. Das Körpergewicht liegt im Durchschnitt bei etwa 250 bis 300 g.
Aussehen und Merkmale
Das Grundgefieder des Goldnackenaras ist überwiegend grün. Die Fußfarbe verändert sich mit dem Alter: Jungtiere besitzen graue Füße, bei ausgewachsenen Tieren sind sie fleischfarben. Der Körperbau wirkt gestreckt, die Flügel sind breit, und der Schwanz ist lang und relativ schmal. Farblich sind sie weniger leuchtend als viele andere Aras, dennoch auffällig: Die Schwanzoberseite ist dunkel gefärbt, die Schwanzunterseite graulich. Der Nacken glänzt goldgelb. An den Flügeln zeigen Daumenfittich, Handschwingen und Schirmfedern einen hellblauen Ton. Stirn und Kehle sind schwarz, das Gesicht ist weiß und unbefiedert, und die Iris leuchtet rot.
Lebensraum und Verbreitungsgebiet
Der Goldnackenara bewohnt tropische und subtropische Wälder, lichte Galeriewälder entlang von Flüssen sowie halboffene Savannenlandschaften. Sein Verbreitungsgebiet umfasst Südbrasilien, Nord-Paraguay, Bolivien und den Norden Argentiniens. Häufig ist er in Höhenlagen bis etwa 1000 m anzutreffen, bevorzugt an Waldrändern und in Gebieten mit reichhaltigem Nahrungsangebot.
Verhalten und Ernährung
Goldnackenaras ernähren sich von Samen, Früchten, Nüssen und anderen Pflanzenteilen. Um pflanzliche Gifte zu neutralisieren, suchen sie regelmäßig Lehm- oder Tonlecken auf, an denen sie Mineralerde aufnehmen. Diese bindet die Giftstoffe im Verdauungstrakt und macht die Nahrung bekömmlicher. Die Vögel sind gesellig und ruffreudig, man trifft sie häufig paarweise oder in kleinen Gruppen an.
Fortpflanzung
Die Fortpflanzungszeit beginnt in weiten Teilen des Verbreitungsgebiets im Dezember. Goldnackenaras brüten in Baumhöhlen und legen dort meist 2 bis 4 Eier. Die Brut erfolgt ausschließlich durch das Weibchen, während das Männchen für die Fütterung sorgt. Nach dem Schlüpfen bleiben die Jungvögel mehrere Wochen im Nest und werden gemeinsam versorgt. Außerhalb der Brutzeit nutzen Goldnackenaras oft geschützte Schlafplätze in Bäumen oder Schlafhöhlen in kleineren Gruppen.
Besonderheiten
Der Goldnackenara ist für seine hohe Intelligenz und starke soziale Bindung bekannt. Er gilt als ruffreudig, neugierig und lernfähig. Wie viele südamerikanische Papageien nutzt er Lehmlecken nicht nur zur Entgiftung, sondern auch als tägliche Sammelstelle für Schwärme. Diese Stellen spielen eine wichtige Rolle im Sozialverhalten der Art.
Natürliche Feinde und Gefährdung
Zu den natürlichen Feinden des Goldnackenaras zählen größere Greifvögel, insbesondere Habichte und Falken, die Jungvögel oder unachtsame Tiere angreifen können. Am Boden sind vor allem Schlangen und kleine Raubsäuger eine Gefahr für Gelege und Küken. Die größte Bedrohung für die Art stellt jedoch der Verlust geeigneter Lebensräume dar. Abholzung, landwirtschaftliche Ausweitung und der Fang für den Heimtierhandel haben in manchen Regionen zu Bestandsrückgängen geführt. Laut IUCN gilt der Goldnackenara derzeit als nicht gefährdet (Least Concern), doch lokale Populationen können empfindlich auf Störungen reagieren.
Stimme und Lautäußerungen
Goldnackenaras verfügen über eine laute, durchdringende Stimme, die schon aus großer Entfernung hörbar ist. Ihre Rufe bestehen aus schrillen Kontaktrufen, die im Flug oder zur Revierabgrenzung eingesetzt werden. Innerhalb von Paaren oder kleinen Gruppen nutzen sie zudem leisere Lautäußerungen zur sozialen Kommunikation. Wie viele Aras sind sie lernfähig und können Geräusche nachahmen, ihre Lautäußerungen sind jedoch weniger variantenreich als die mancher größeren Papageienarten.
Verhalten in Menschenobhut
Goldnackenaras gelten als intelligente, neugierige und aktive Vögel. Sie bauen enge Bindungen zu Bezugspersonen auf und benötigen viel Beschäftigung und Freiflug. Ihre Stimme ist laut und durchdringend, was sie nicht für jede Wohnsituation geeignet macht. In erfahrenen Händen können sie sehr zutraulich und verspielt werden. Aufgrund ihres Sozialverhaltens sollten Goldnackenaras nie allein gehalten werden, sondern mindestens paarweise.
Systematik
Der Goldnackenara gehört zur Familie der Eigentlichen Papageien (Psittacidae) und zur Unterfamilie der Aras (Arinae). Innerhalb der Gattung Primolius ist er eng mit dem Blaukopfsittich und dem Marakana-Ara verwandt.
Wissenswertes
Goldnackenaras sind bekannt für ihre ausdauernden Flugleistungen und können große Entfernungen zwischen Futterplätzen und Schlafbäumen zurücklegen. In manchen Regionen bilden sie während der Fruchtzeit größere Trupps, die sich an Flussufern versammeln. Interessant ist auch, dass die goldene Nackenfärbung bei Jungvögeln zunächst schwach ausgeprägt ist und erst mit zunehmendem Alter kräftiger wird.
Ein Lexikon alle Ratten A-Z
Viele Ausgestorbene Tiere mit wissenswerten Infos
Alles ueber Froesche - alle Froscharten
Ein Vogellexikon